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Eine
Schule baut Brücken
Der Regenbogen begleitete die Realschule Lyss
des Kirchenfeldschulhauses durch eine bunte Projektwoche. Ziel der
Woche war die Verbesserung des Dialogs mir der Bevölkerung.
Auf den Regenbogen stiessen die Lehrerinnen und Lehrer im Emmental.
Begeistert von der Ausstellung Regenbogen 01 in Lützelflüh
kehrten die Seeländer nach Lyss zurück und sagten sich:
«So etwas möchten wir auch aufziehen».
Vor dem Kirchenfeldschulhaus ist mächtig etwas los. Hier zersägt
ein zufrieden grinsender Lehrer mit einer Motorsäge Holz. Ein
Mädchen mischt in mehreren Behältern Farbe und tuschelt
mit ihren Freundinnen. Aus einem Schulzimmer dröhnt laute Musik,
in einem Korridor werden Äste kunstvoll zu einem Holzgerüst
verbunden und überall wird gemalt, geschnitten und gelacht.
Und das an einem ganz normalen Morgen. «Hier herrscht während
der Projektwoche der Ausnahmezustand» sagt der Realschulleiter
Martin Kuster. «Wir wollen die Lysser zum Nachdenken anregen.
Der Regenbogen ist auch eine Kommunikationsbrücke. Wir wollen
zeigen, dass das Kirchenfeld ein lebbendiges Schulhaus ist.»
Zwischen der Bevölkerung und dem Schulbetrieb habe sich ein
Graben aufgetan. «Wir müssen wieder aufeinander zugehen.
Das Dorf soll sich mit der Realschule identifizieren und umgekehrt.»

Für die Lysser Bevölkerung bedeutet das: Sie werden sich
in den nächsten Wochen daran gewöhnen müssen, dass
sie an allen Ecken und Enden des Dorfes auf neue Bilder, ungewollte
Farben und aussergewöhnliche Symbole stossen. Ob es Bänder
sind, die beim Herrengasse-Schulhaus von einem Lyssbach-Ufer zum
andern gespannt wurden, ob es ein Fahnenturm in der Mitte des Bären-Kreisels
oder ein Regenbogen-Beizli auf dem Glaser-Platz ist. Farbige Hydranten
in Quartierstrassen oder ein Labyrinth aus Johannisbeerstauden ergänzen
die Palette. Im Schulhaus wurden die Eingangssäulen frisch
gestrichen, die Schüler produzieren täglich eine Ausgabe
der Wandzeitung «Regenbogen», die Projektwoche wird
laufend auf die Homepage der Schule geschaltet, eine Wandinstallation
unterstreicht mit dem Wort «Rainbow» in allen im Schulhaus
gesprochenen Sprachen einen Teil der Schulphilosophie und Schüler
sind als Reporter für das Lokalfernsehen unterwegs und sammeln
die Antworten der Bevölkerung auf die Frage: «Was ist
ein Regenbogen für Dich?»/
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